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47 Minuten nach Beginn der Vorstellung der Energy-Roadmap 2050 durch Energiekommissar Öttinger lässt WKÖ-Umweltsprecher Schwarzer mit einer Jubelmeldung über diesen Fahrplan aufhorchen: „Energy-Roadmap weist energiepolitischen Weg in die Zukunft“ meint Schwarzer – und freut sich, dass die Roadmap „zur Kenntnis nimmt“, dass nicht alle Länder Atomenergie und CCS nutzen wollen.

Die Ansprüche von Dr. Schwarzer an die Atompolitik der EU scheinen ja nicht sehr hoch zu sein. Im selben Absatz, in dem das Papier „zur Kenntnis“ nimmt, dass manche Staaten keine AKWs und CO2-Endlagerstätten bauen wollen, bleibt Öttinger auf Atom-Kurs wie in der vor-Fukushima-Zeit:  Atomkraft trägt dazu bei, Systemkosten und Elektrizitätspreise zu senken – und wird deshalb eine große „CO2-arme“ Option im EU-Strommix bleiben*.

Das Papier geht zwar davon aus, dass die Kosten für Sicherheit und Dekomissionierung ansteigen werden – aber von adäquater Haftung und Vorsorge für eine „sichere“ Endlagerung steht da kein Wort. Die Studie des Versicherungsforums Leipzig, wonach adäquate Haftung den Preis für Atomstrom um 2-3 Euro pro Kilowattstunde (!) in die Höhe schnellen lassenwürde, hat Öttinger in seiner Roadmap völlig ignoriert. Und auch die Tatsache, dass Atomstrom eben nicht CO2-frei ist und bei schlechterwerdenden Erzgehalten bis zu 210 g/kWh ansteigen werden und damit doppelt so hoch liegen wie effiziente Gas-Heizkraftwerke, ignoriert Öttinger komplett.  Eine neue Studie zur Energiebilanz der Atomindustrie hat vor Kurzem die Energieagentur im Auftrag des Klimafonds erstellt – und es wäre dringend an der Zeit, dieses Wissen auch mal auf europäischer Ebene zu verankern!

Die Roadmap ist jedenfalls eine genauere Betrachtung wert – und auch eine deutliche österreichische Stellungnahme. Nur wenn wir die Lügen der Atomlobby endlich entlarven und immer, wenn sie auftauchen, dagegen auftreten, können wir auf ein Atomkraft-freies Europa hoffen!

Der Rosinenpicker Schwarzer hat übrigens vor Kurzem Prof. Schleicher als Mitglied des Expertenbeirates des Klimafonds abgelöst. Damit hat sich BM Berlakovich wohl ein schönes Kuckucksei gelegt!

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* Energy Roadmap 2050 (Seite 13): „(e) Nuclear energy as an important contributor
Nuclear  energy  is  a  decarbonisation  option  providing  today  most  of  the  low-carbon
electricity  consumed  in  the  EU.  Some  Member  States  consider  the  risks  related  to  nuclear
energy as unacceptable. Since the accident in Fukushima, public policy on nuclear energy has
changed  in  some  Member  States  while  others  continue  to  see  nuclear  energy  as  a  secure,
reliable and affordable source of low-carbon electricity generation.
Safety costs(18)  and the costs for decommissioning existing plants and disposing of waste are
likely to increase. New nuclear technologies could help to address waste and safety concerns.
The  scenario  analysis  shows  that  nuclear  energy  contributes  to  lower  system  costs  and
electricity prices. As a large scale low-carbon option, nuclear energy will remain in the EU
power  generation  mix.

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