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Posts Tagged ‘verkehrslärm’

Die österreichische Umsetzung der EU-Lärmschutzrichtlinie ist eine einzige Frechheit.

Mit einem Jahr Verspätung liegen nun die Lärmkarten und Aktionspläne für Österreich vor.

larmkarte-korneuburg-westWer sich unter http://www.laerminfo.at/ zu den Lärmkarten von Korneuburg durchklickt, sieht schon auf den ersten Blick, was nicht stimmt. Die A22 ist als einzige Verkehrs-Lärmquelle dargestellt– denn

larmkarte-korneuburg-mittesowohl die Bahn, als auch die B3 (sowie Laaerstraße, Kleinengersdorferstraße etc.) wurden aufgrund der „niedrigen Verkehrszahlen“ nicht erfasst. Damit ist die realistische Aussage dieser Lärmkarte gleich Null!
larmkarte-korneuburg
Lärmquellen summieren sich, deshalb kann man davon ausgehen, dass noch viel mehr Haushalte tatsächlich mit mehr als 60 dB Lärm belastet sind, als auf dieser Karte dargestellt wird.

legendeDas noch größere Trauerspiel sind aber die Aktionspläne von Bund und Land, die Ziele und Strategien zur Verminderung der gesundheitsschädlichen Lärmbelastung vorgeben sollen. Doch obwohl ein 1 Mio Menschen in Österreich durch Lärm-Grenzwertüberschreitungen gesundheitlich gefährdet sind, fehlt den Plänen jegliche Strategien zur Lärmbekämpfung. Bund und Land beschränken sich auf eine planlose Fortschreibung von bereits laufenden Programmen.

Die Aktionspläne enthalten zwar das hehre Ziel, alle diese Menschen zu entlasten – lassen aber Teilziele, Prioritätenlisten, konkrete Maßnahmen sowie Kosten/Nutzen-Analysen und Wirkungsdarstellungen schmerzlich vermissen. Ebenso werden Verkehrszahlen- und Temporeduktionen als effektivste und effizienteste Maßnahmen zur Lärmreduktion schlichtweg ignoriert. Dies legt die Befürchtung nahe, dass bei der Evaluierung der Lärmkarten und Aktionspläne im Jahr 2012 eher mehr als weniger Menschen in Österreich durch Lärmemissionen über den Grenzwerten belastet sein werden.

Dazu kommen hoch angesetzte Grenzwerte, Darstellung des Fluglärms als Dauerschallpegel (weshalb die Zahl der Fluglärmgeplagten ÖstereicherInnen lt. den Berechnungen des BMVIT nur bei 500 liegt), Ermittlung der Werte lediglich durch Berechnung (gemessen wurde nichts)…

Wenn EU-Richtlinien so halbherzig umgesetzt werden, entstehen zwar weniger Kosten als bei motivierter Planung, aber auch absolut kein Nutzen! Das ist dann die wirklich Geldvernichtung – und zwar auf Kosten der lärmgeplagten Bevölkerung!

Bis 23. März können Stellungnahmen zu den Aktionsplänen abgegeben werden. Hier finden Sie eine Musterstellungnahme an Bund und Land.

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