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Posts Tagged ‘Fukushima’

1 Jahr nach der entsetzlichen Tsunami- und Nuklearkatastrophe in Japan ist  Fukushima selbst in Östereich aus den Schlagzeilen gekommen. Die Grünen Niederösterreich veranstalten gemeinsam mit den Grünen Mödling am
Jahrestag, den 11.3.2012, eine Gedenkfeier der besonderen Art: Mit einer Vorführung des Films „inside japan’s nuclear meltdown“. In beeindruckenden Bildern zeigt dieser aktuelle Dokumentarfilm (in englischer Originalfassung), wie die Betroffenen mit dieser tödlichen Gefahr umzugehen gelernt haben. Beim anschließenden Lichtermeer wollen wir ein Zeichen setzen:  „Die Katastrophe hat gezeigt, dass Atomgefahren unbeherrschbar sind. Das – und der Kampf für einen europa- und weltweiten Atomausstieg – darf nicht in Vergessenheit geraten!
Ein Jahr nach Fukushima startet die letzte Runde des Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahrens für den Ausbau des AKW Temelin. BM Faymann hat es verabsäumt, sich für eine öffentliche Anhörung in Österreich  einzusetzen, obwohl wir ihn oftmals darauf hingewiesen haben! Auch wenn Anti-Atompolitik Knochenabeit und dem Kampf Davids gegen Goliath gleicht:
wer die schrecklichen Bilder aus Fukushima im Kopf hat weiß, dass wir nicht aufhören dürfen, auf allen Ebenen am Atomausstieg zu arbeiten.

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Rege Diskussionen gab es bei der Info-Veranstaltung der Grünen Gmünd zum Thema „Atomkraft als Klimaschützer?“mit

  • Dalibor Stráský (Kernphysiker, ehem. Berater des cz Umweltministeriums und bis vor kurzem Vorsitzender der südböhmischen Grünen)
  • Bernhard Riepl (Obmann des Vereins „Sonne und Freiheit„) und
  • Elisabeth Kerschbaum (Anti-Atomsprecherin der NÖ Grünen)

Ein wichtiges Thema für die GmünderInnen war natürlich das „geplante Atommüll-Endlager an der tschechisch-österreichischen Grenze“. Hier konnte Dalibor Stráský einige Verwirrungen durch aktuelle Zeitungsmeldungen aufklären:

  • bis zum immer wieder als „Fertigstellungstermin“ kolportierten Jahr 2015 soll in Wirklichkeit „nur“ festgelegt werden, welche Gebiete näher untersucht werden sollen. Erst dann finden dort Probebohrungen statt. 2065 soll (lt. Plan) das Endlager fertig sein
  • nach den ersten geologischen Abschätzungen sind 6 + 2 mögliche Standorte für ein Endlager im Gespräch, davon 3 an der Grenze zu Österreich:
    Nachdem an allen 6 Standorten (Lubenec, Pačejov , Božejovice-Vlksice, Lodhéřov, Rohozná und Budišov) möglicherweise betroffenen Gemeinden mittels Volksabstimmungen ein Atommüll-Endlager mit überwiegender Mehrheit (großteils über 90 %) abgelehnt haben, wurden 2 weitere Standorte im „Militärgebiet“ (Tépla und Zbyliny) in die „Untersuchungsliste“ aufgenommen. Wie weit die Gemeinden sich tatsächlich rechtlich wehren können, ist unklar.
  • Die technischen Details wie z.B. wie lange eine Zugänglichkeit des „Endlagers“ (zwecks Überwachung) geplant ist – sind noch offen.
  • In der Zeit der höchsten Strahlung wird der Müll oberirdisch gelagert, anfangs gekühlt, später im „Zwischenlager“. Es existiert sogar ein oberirdisches „Endlager“ in Dukovany.

Bettina Hradecsni von den Grünen in Gmünd, die die Veranstaltung mit Unterstützung der NÖ Grübi organisiert hat, stellte fest: „die Fehlinformation, ausgehend insbesondere von der FPÖ, lenkt von den wahren Prioritäten ab!“

Deshalb das wichtigste zuerst:

  • kein weiterer strahlender Müll = kein Temelin-Ausbau (der droht nach wie vor) und Atomausstieg auch in Tschechien!
  • Informationsaustausch – Einforderung von Mitsprache der Republik Österreich und der Länder Nieder- und Oberösterreich
  • höchstmögliche Sicherheit (Überwachung muss auf Jahrhunderte gewährleistet sein, die Pläne dafür und Finanzierung geklärt)
  • Haftungsabdeckung des Restrisikos

Gegenseitiges Verständnis:
Bernhard Riepl kennt als „Grenzgänger“ (kommt aus Oberösterreich – unterrichtet dzt. hauptsächlich in Budweis) beide Gesellschaften – und versteht den unterschiedlichen Zugang zur Atomkraft. In Tschechien hat die Bevölkerung Tschernobyl ganz anders erlebt als wir – Politik und Medien hatten kein Interesse an der Information der Bevölkerung. Fukushima weckt auf – auch in Tschechien. Umso wichtiger ist es, die grenzüberschreitenden Verbindungen zu erhalten und auszubauen – um das gegenseitige Verständnis zu verstärken! Damit wächst auch die Chance auf verstärkten Widerstand in Tschechien. Sein Verein, Sonne und Freiheit, unterstützt dies mit regionalen Aktionen, von Übersetzungsarbeiten bis zu Solaranlagen – steter Tropfen höhlt den Stein.

Aber natürlich waren auch Tschernobyl und Fukushima ein Thema:

In der Diskussion wurde dabei vor allem eines klar: Es gibt keine sicheren Atomkraftwerke – und schon gar keine unabhängige Kontrolle der Sicherheit! 25 Jahre nach dem Super-GAU in Tschernobyl hat sich diese traurige Wahrheit in Fukushima bestätigt.

Menschliches Versagen, Naturkatastrophen, aber auch schlampige Überprüfungen und unterdrückte Informationen lassen sich nie ausschließen.
Die zögerlichen Reaktionen der österreichischen Bundesregierung („Stresstestforderung“, Anti-Atomgipfel, „am Boden der Realität bleiben“) sind untragbar. die Bevölkerung (Österreichs und Europas!) darf sich nicht länger belügen lassen und muss die Richtung vorgeben – und die kann nur heißen: Weg von dieser Technologie, die hunderte Generationen nach uns belastet!

Und das Argument „Atomkraft schützt das Klima“ ist an sich wissenschaftlich schon lang widerlegt. Eine Studie des Ökoinstituts Darmstadt stellt fest, dass Atomkraft, wenn Uranabbau und Bearbeitung mit eingerechnet werden, fast genauso viel CO2 produziert wie ein effizientes Gaskraftwerk mit Kraft-Wärme-Koppelung…

Atomausstieg jetzt! Energiewende jetzt!

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