Überraschend war es, diesen Satz aus dem Mund der Vorsitzenden der tschechischen Atomaufsichtsbehörde zu hören! Frau Drábová saß, gemeinsam mit einer hochrangigen Diskussionsrunde gestern am Podium in Raabs/Thaya. Mit ihr diskutierten:
- DI Molin, Umweltministerium
- Ao. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Kromp, Risikoforscher, Universität für Bodenkultur, Wien
- Dipl.-Ing. Emmerich Seidelberger, Institut für Sicherheits- und Risikowissenschaften, Universität für Bodenkultur, Wien
- Ing. Tomáš Žák, MBA, Direktor des Atomkraftwerkes Dukovany
- MUDr. Jiří Běhounek, Landeshauptmann Vysočina
- unter der Leitung von Reinhard Linke
Die Diskussion lief (zum Teil etwas zu) friedlich ab – die “schärfsten” Meldungen kamen interessanterweise vom tschechischen Botschafter Koukal. Er fiel (wie des öfteren) doch etwas aus seiner Rolle, als er dem Publikum erklärte, dass Tschechiens Uranvorkommen für hunderte Jahre ausreichen würden, um die Energieversorgung des Landes zu sichern. Selbst Frau Drábová gestand auf meine Anfrage dann zu, dass die frühere Uranförderung in Tschechien große Umweltbelastungen mit sich gebracht hat (die jetzt mit EU-Geldern saniert werden müssen) – weshalb nicht sichergestellt ist, dass die vorhandenen Reserven auch abgebaut werden sollen. Die tschechischen AKWs werden jedenfalls derzeit nicht (nur) mit tschechischem Uran betrieben.
Einige kruse Aussagen kamen auch vom Kreis(Landes)hauptmann Béhounek (wissenschaftlich bewiesener Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Energieverbrauch) und Dukovany-Direktor Zak (wer in Dämmung investiert verbraucht damit so viel Energie, die er durch die Dämmung gar nicht reinbekommt).
Interessant war die Aussage von DI Molin, der meint, dass die “Auslegungsnormen” für die europäischen Stresstests ausgeweitet wurden und er sich (offensichtlich meint er das ernst) daraus überraschende Ergebnisse der Stresstests erwartet.
Auch der ORF-NÖ hat über die Veranstaltung berichtet: http://tvthek.orf.at/programs/70017-Niederoesterreich-heute/episodes/3470935-Niederoesterreich-heute