Berlakovich lässt sich gern von der Atomlobby überzeugen. Seine Meisterleistungen bestehen im Hochloben von schwachen Vereinbarungen: von der Nuklearsicherheitsrichtlinie (wir testen uns gern selber- alle paar Jahre mal) über sein Verständnis für die Deutsche AKW-Laufzeitverlängerung bis hin zur vorgestrigen Meldung über die EU-AKW-Stresstests: Es ist peinlich!
Der erste Stresstest Vorschlag der WENRA fand ja dann doch auch Berlakovichs kritische Worte – aber ein Milimeter Entgegenkommen der Atomlobby macht das Ganze für ihn nun zum vollen Erfolg. Den exakten Text von Öttingers Stresstest-Vorlage findet man ja leider nicht im Internet (zumindest nicht mit einfachem googeln) – aber im Standard und in den OÖ-Nachrichten finden sich doch einige Details – und die lassen nichts Gutes vermuten:
- Terrorangriffe werden ausgeschlossen… Wenn man bedenkt, wie einfach zugänglich Bohunice oder Paks sind, sicher logisch
- Die AKW-Betreiber prüfen sich selber – danach schauen sich die nationalen Aufsichtsbehörden die Prüfung an (die Behörden, die den AKWs seit Jahrzehnten ihre Sicherheit bescheinigen) – und zuguterletzt prüft ein AKW-Betreiber den anderen (und hat sicher Interesse daran, sich gegenseitig zu eliminieren.)
- und verbindlich ist das ganze sowieso nicht. Die AKW-Betreiber werden, wenn der Stresstest schlecht ausgeht, aus Gründen der Öffentlichkeitsarbeit abdrehen. Ja sicher – haben sie ja bis jetzt auch immer, wenn ihnen von außen konkrete Sicherheitsmängel vorgeworfen wurden, oder?
- Der einzige Fortschritt: menschliches Versagen wird nun doch als möglich angesehen – war ja auch schon des öfteren Auslöser von schweren Unfällen. Allein das menschliche Versagen von Politikern und AKW-Betreibern, die die Bevölkerung damals in Tschernobyl und auch jetzt in Fukushima aufgrund ihrer Heimlichtuerei und Leugnungen noch weiter gefährdet haben, wird wohl nicht mit-untersucht – oder doch?
Es ist aus Sicherheitsgründen verboten, Flüssigkeiten im Handgepäck mitfliegen zu lassen – aus Sicherheitsgründen sollen Fluggäste auch nacktgescannt werden – aber es ist nicht möglich, aus Sicherheitsgründen die ärgsten Schrott-AKWs Europas vom Netz zu nehmen?
Dann lasst sie Haftpflichtsummen zahlen, die alle möglichen Schadensfälle decken müssen (300 Mrd in Japan? Und es ist noch nicht zu Ende) – statt dieser lächerlichen Haftpflichsummen für AKW-Betreiber (z.B. 90 Mio für die Slowakei). Hebt Steuern ein, mit der die Endlagerung finanziert werden kann! Dann ziehen die AKW-Betreiber wahrscheinlich freiwillig die Konsequenzen, weil dann der teure Atomstrom mit keiner Art Erneuerbarer Energien mithalten könnte.