… es gab Freisetzung von Radioaktivität, Kernschmelze und Tote. Doch Österreich hat von den Auswirkungen des Unfalls im slowakischen Reaktor A1 des AKW Bohunice erst Jahre später erfahren! Der Abbau des schwer beschädigten Reaktors ist noch lange nicht abgeschlossen (wahrscheinlich erst 2033).
Die Lehren daraus? AKW-Betreiber erzählen AKW GegnerInnen immer wieder, dass Unfälle mit grenzüberschreitenden Auswirkungen nur alle paar Millionen Jahre mal oder gar nicht passieren können. Die neuen Reaktoren wären ja noch dazu um so vieles sicherer (nur ist das noch nicht bewiesen, weil noch kaum ein Reaktor der „3. Generation“ in Betrieb ist).
Bundes- und Landesregierung versichern uns, dass sie gegen Atomkraftwerke sind – bauen aber fleißig an Leitungen, die den Import des Stroms aus den neuen AKWs nach Österreich erleichtern. Wenn LR Pernkopf verkündet, dass er sich endlich einen Zeitrahmen für den Umstieg Niederösterreichs auf erneuerbare Energie gesetzt hat, ist das begrüßenswert etwas konkretere Zwischen-Zielsetzungen wären aber wahrlich angebracht. Wird Niederösterreich jetzt auf den Neubau des Kohlekraftwerks Dürnrohr verzichten? Gleichzeitig pumpt Tschechien rd. 1000 MW Atomstrom über die neue Leitung über Dürnrohr ins Österreichische Netz.
Österreichs Zwischenlager für radioaktiven Abfall wird zwar endlich saniert – genaueres darüber ist aber streng geheim. Dass die Gewährleistung für die Fässer nicht ewig dauert und Seibersdorf kein sicheres Endlager ist, wird aber weiter ignoriert. Österreich feiert eine beschlossene „Reaktorsicherheitsrichtlinie“ als Erfolg, die keine neuen Standards bringt und die von UmweltNGOs unisono abgelehnt wird.
Betroffenheit allein genügt nicht! Aktive Anti-Atompolitik heißt: Selbstversorgung mit Strom aus erneuerbaren Quellen, Aufarbeitung der eigenen Entsorgungsprobleme und viel Arbeit, um an allen Ecken und Enden Protest gegen die geplante AKW-Renaissance zu organisieren. Aktive Anti-Atompolitik ist notwendig, damit Unfälle wie der schwerste Unfall in einem grenznahen AKW vor 33 Jahren nie wieder eintreten können!
http://wien.gruene.at/uploads/media/gruene_terror_akw.pdf
Uraltreaktoren um Österreich herum:
AKW Mochovce: 150km vor Wien, 30 Jahre alter Pannenreaktor
AKW Bohunice: 150km vor Wien, 38 Jahre alt, gefährlichstes AKW Europas
AKW Dukovany: 100km vor Wien, 30 Jahre alt, kein Containment (kein Schutz nach innen oder außen), zentrale Komponenten nicht getrennt
AKW Paks: 250km vor Wien, 34 Jahre alt, schwerer Unfall am 10.4.2003 mußte 4 Jahre lang repariert werden
AKW Isar 1: 300km vor Wien, 31 Jahre alt, kleinstes Leck führt zum Super-GAU, Stahlcontainment schmilzt in Minuten, Evakuierung unmöglich – dünnste Wand (35cm), 1988 Flugzeug 1,5 Sekunden entfernt abgestürzt
AKW Chioggia: 450km vor Wien, Atomlobby plant im atomstromfreien Italien ein AKW nahe Venedig
AKW Gryfino: Neuer Reaktor im Naturschutzgebiet der polnischen Grenze zu Deutschland geplant.
http://www.global2000.at/site/de/nachrichten/klimaenergie/klima23/pressarticle-klima24.htm
“Langfristiger Umbau zu klimafreundlichem Energiesystem nicht angedacht! Fragwürdiges Festhalten an fossiler Energieversorgung!” kritisiert die Umweltschutzorganisation die “Energiestrategie Österreich” scharf.
Dabei hat Österreich tolle Voraussetzungen, 100% Ökostrom in kürzester Zeit zu erreichen. Wenn die Regierung den Ausbau nicht behindert hätte, wären es bereits 80% Ökostrom statt 60%. “Mit 16,5% Zielverfehlung ist Österreich nun europäisches Schlusslicht.”
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichische_Energiewirtschaft