Hin und wieder tauchen in letzter Zeit Vergleiche zur unrühmlichen Nazizeit in Österreich auf. Von “ausländischen Kriminellen und Sozialschmarotzern”, die, wenn sie um Asyl ansuchen, sofort und ohne Umstände wegzusperren wären – bis zur jüdischen Weltverschwörung ist der Weg nicht weit. Dass wirre Wahnvorstellungen von einer herrschenden Rasse nicht mit dem Ende des zweiten Weltkrieges ausgestorben sind, ist eine traurige Tatsache. Wer gruseliges verträgt, findet es unter www.alpen-donau-info.
wer sich nicht nur gruseln will, sondern aktiv gegen derartige Hetzseiten vorgehen will, dem sei die Meldestelle für NS-Wiederbetätigung im Innenministerium ans Herz gelegt. Kontakt: ns-wiederbetaetigung@mail.bmi.gv.at.
Diese Info hat mich heute per (Ketten)E-Mail erreicht und ich möchte mich hiermit bei der Verfasserin herzlich bedanken. Ich hänge den Mail-Text ohne Absender an, weil ich an der Gewaltbereitschaft der Homepagebetreiber nicht zweifle.
Mein Mail an die Meldestelle des Innenministeriums ist abgeschickt… würde mich freuen, wenn sich einige Menschen dazu zu Wort melden!
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Liebe Freunde, sehr geehrte Damen und Herren,
Sich nur zu empören, ändert nichts. Nehmen wir die Dinge in die Hand – werden wir aktiv!
Seit Monaten werden auf der Homepage www.alpen-donau.info ohne Hinweis auf den oder die Verfasser Beiträge veröffentlicht, die gegen Ausländer und Juden, gegen Antifaschisten, gegen Grün-Politiker, gegen sozial engagierte Menschen hetzen. Benutzt wird dabei teils auch das An-den-Pranger-stell-Prinzip: von Personen, an denen die Alpen-Donau-Info-Macher etwas zu kritisieren haben, wird nicht nur ein Foto ins Netz gestellt, sondern auch (sofern verfügbar) die Wohnadresse veröffentlicht. Grundsätzlich erinnert der Ton und die Schreibe an den Stürmer. Juden werden prinzipiell bei Namensnennung mit dem Attribut „der Jude, die Jüdin“ bedacht, auf Illustrationen finden sich Slogans wie „Integration ist Völkermord“.
Der Herausgeber dieser Beiträge konnte laut Innenministerium noch nicht ausgeforscht werden, da sich der Server für diese Seite in den USA befindet. Es ist aber schwer vorstellbar, dass die Behörden, die die rechte Szene ja beobachten, nicht doch langsam einen Verdacht haben, wer da dahinter steckt. Eine Intensivierung der behördlichen Bemühungen wäre jedenfalls wünschenswert!
In diesem Sinn bitte ich alle, die diese Hetze unerträglich finden, diese Seite (aber natürlich auch jede andere mit ähnlich bedenklichen Inhalten!) bei der Meldestelle für NS-Wiederbetätigung im Innenministerium zu melden. Hier der Link: http://www.bmi.gv.at/cms/bmi_verfassungsschutz/meldestelle/ Die Mail-Adresse der Meldestelle lautet: ns-wiederbetaetigung@mail.bmi.gv.at
Meine Hoffnung ist, dass möglichst viele Menschen hier ihren Protest einlegen – und damit das Innenministerium zum Handeln auffordern. In diesem Sinn: bitte leitet dieses Mail an möglichst viele Menschen weiter!
Es gibt zudem bei Facebook bereits zahlreiche Gruppen, die ähnliche Themen zum Inhalt haben, weswegen die Gründung einer eigenen Gruppe wenig Sinn macht. Wer immer Mitglied in einer oder mehreren solchen Gruppen ist: bitte leitet die Info weiter oder postet sie an die Pinnwand.
Danke an alle, die solche Seiten melden!
Mit freundlichen Grüßen
…
Liebe KollegInnen,
wie schon desöfteren irgendwo einmal gepostet, möchte ich hier auch meine Meinung abgeben.
Ich glaube, in Österreich gibt es seit nunmehr 10 Jahren eine kontinuierlich steigende Hetze, die ev. nicht geplant oder bewußt durchgeführt wird, jedoch mit dem Eintreten der ersten wirklichen Veränderungen in Punkto Asylpolitik, Ausländerpolitik etc. die mediale Landschaft verändert. Die permanente mediale Präsenz des Asyl- bzw. Immigrationsthemas in unseren Medien, sowie in Tages- bzw. in der Pöbelpolitik hat unsere Bevölkerung für diesen Themankreis sensibilisiert. Über Jahre hinweg diskutiert man über Aslyrechte, über Kriminelle Immigranten, Ausländer, Arbeitslose… etc. in Wahrheit jedoch, betrifft es den Großteil der Bevölkerung nicht. Diese Themen sind jedoch einfach und schnell kommunizierbar, und eben auch dem einfachen Österreicher leicht verständlich. Ich glaube sogar, der Österreicher hat aus seinen Wurzeln heraus ein problematisches Verhältnis mit Heimat, Nation, sowie zu Immigration, Ausländer oder Anderem gerenell. Das in Kombination mit der schleichenden täglich berieselung mit “Ausländerproblematik” oder “Asylanten”..etc. bewirkt im Durchschnittsösterreich anscheindend einen gefährlichen Mix, den ich als aufkeimenden österreischen Alltagsfaschismus bezeichne, der in kleinen Dosen mit höher werdender Intensität versprüht wird. Und wenn eine Ministerin ein “Asylerstaufnahmezentrum mit Anwesenheitspflicht” (das einzig und allein den Gedanken verfolgt, Asylwerber kontrolliert an einem Ort zu verwahren, solange bis sie abgeschoben werden können) errichten will, frage ich mich schon welchem Geist das entsprechen soll – und ob das der Geist eines modernen, aufgeklärten, humanen und demokratischen Österreich des 21.Jhd. sein soll? Viel mehr schockiert es mich, das bei derartigen Vorhaben die Oppoition nicht radikal auf die Barrikaden des Parlaments steigt und alles mögliche versucht das nicht zuzulassen. Aber ich verstehe schon.. heutzutage, nach so langer mediale Sensibilisierung ist auch den Grünen das Thema zu heiß geworden, sie nehmen das einfach hin, was da abgeht. Damit ist die Legitimation für Rechts perfekt und so geht es immer weiter, bis in Österreich Asylanten verprügelt und geschunden werden, bevor noch ihre Personendaten aufgenommen werden… und wir alle werden zusehen?
Ich habe Angst in diesem Land, nicht vor der Wiederbetätigung, sondern vor dem neuen wiederaufkeimenden unterschwelligen Alltagfaschismus und Rassismus, der mir im Täglichen Leben klein für klein immer entgegenweht.
Und natürlich sind jegliche der rechten WebSeiten, sonstigen Auftritten, Äußerungen etc. zu melden… deswegen danke für den Link zur Meldestelle! Diese soziale und politische Selbstkontrolle einer intakten österreichischen Demokratie gehört einfach wieder mehr von den Mitdenkenden eingefordert. Danke dafür.
Sehr geehrte Frau Kerschbaum,
wären es lediglich ein paar Menschen, die eine derartige Website zu betreiben glauben müssen, könnten diese gelassen ignoriert werden. Diesen darf man nicht Bedeutung geben. Aber die strukturelle Verfaßtheit in diesem Land ist zu stets hinterfragen und zu ändern:
http://bernhardkraut.wordpress.com/2010/01/30/offizielles-osterreich-bleibt-seinem-reichsnamen-treu-alpen-und-donau-gaue/
Mit freundlichen Grüßen,
Bernhard Kraut
lieber Bernhard Kraut, lieber BCN,
ich würde mal sagen, das sind 2 beunruhigende Tendenzen – und beide leider steigend.
Einerseits der “Alltagsrassismus” – ist mir letztens erst wieder aufgefallen, als ich im ORF zufällig auf einen “Mundl” gestoßen bin, bei dem kurz das Thema gestreift wurde und dann sofort die “politisch korrekte” Antwort “Ausländer san doch a Menschen” (oder so ähnlich) kam. Heute hörst du diese Antwort nur mehr ganz selten! Weil wir zugeschüttet werden und fast schon hilflos… und political correctness inzwischen auch für viele schon als “einfach fad” gilt (weshalb wahrscheinlich auch Grüne Proteste gegen div. Asylgesetzverschärfungsblödheiten medial kaum mehr gebracht werden – weil’s “fad” ist)
Die andere Geschichte ist, dass offen zur Schau gestellte Nazi-Sympathien keinen Schrei der Entrüstung mehr auslösen – die Gründe mögen die selben sein wie oben.
Eine Freundin hat mich aufgrund dieser Geschichte auf das Thema “Angst gegen Angst” hingewiesen: denn letztlich, wer ist ansprechbar für rechtsrechte Recken??? Vor allem Menschen, die mit ihrem Leben so nicht zu Rande kommen – Angst vor Jobverlust, Angst um seinen Platz in der Gesellschaft… – rein in eine “andere Gesellschaft”, die einen aufnimmt. Aber wie kommen wir raus aus diesem Teufelskreis?
lg
eli