spannend war die enquete „frauen in der politik – mehr frauen in die politik“, die am 7.10. im parlament abgehalten wurde.
an sich war ja geplant, viele themen zu diskutieren:
- frauen in den parlamenten – ein internationaler vergleich
- im blick der medien: frauen in der politik – tradierte rollenbilder von frauen in der gesellschaft
- frauensache politik: strategien für eine angemessene vertretung von frauen in der politik
diskutiert wurde dann aber letztlich vor allem über „die quote“. einerseits ist das schon auch ein bisschen logisch, weil eben „die quote“ sämtliche themen, die angesprochen wurden, beeinflussen würde – trotzdem ein wenig schade, weil „der blick der medien“ oder auch der „internationale vergleich“ schon auch spannende themen gewesen wären…
die standpunkte der einzelnen parteien waren ziemlich klar – wenn auch zum teil überraschend:
- fpö und bzö fördern zwar den zugang von frauen zur politik in der partei (wie auch immer) – sehen aber in einer quote eine verletzung der verfassung (dass auch die positive diskriminierung in der verfassung steht, haben sie überlesen). und viel gerede von qualität vor quantität (also gibts doch zu wenige gscheite frauen?)
- grüne sind natürlich für eine quote – und auch für eine abhängigkeit der parteienförderung von der einhaltung der quote (als „sanktionsmittel“). dass die quote nicht das einzige allheilmittel ist, ist klar – dass sie wirkt ebenfalls.
- überraschend waren einige aussagen von övp-mandatarInnen, die sich dezitiert für eine quote (staatssekretärin marek) sogar mit sanktionen (rauch kallat) aus – andere sprachen vom „reißverschlusssystem“ (was ja eigentlich das selbe heißt). die övp-frauensprecherin nr schittenhelm überraschte mich mit der aussage, dass sie eine von wenigen bürgermeisterinnen österreichweit ist (regional besteht sie auf den titel frau bürgermeister – ohne in – but what shalls ;-)
- die spö trat geschlossen für eine quote ein.
interessant auch die anregung von staatssekretärin marek, ein genderwatch einzuführen – denn natürlich kann man auch mal über redezeiten (insbesondere während der orf-übertragungen) zu diskutieren. ein interessanter ansatz, dem grüne uns spö gern nähertreten werden.
so gesehen sollte die einführung einer quote ja eigentlich gar kein problem mehr sein… auch wenn der parlaments-pressedienst das etwas anders sieht…
schon während der enquete tauchte ein posting im internet auf, in dem nationalratspräsidentin prammer bedroht wurde und die enquete als „quatsch“ bezeichnet wurde. auch die abgeordnete kitzmüller (bzö) meinte, die vertretung von frauen im parlament sei ein randthema, das niemanden interessiere… ja mag schon sein – aber deshalb sollten wir bewusstsein dafür schaffen, dass „die quote“ nicht in erster linie dazu dient, mehr politikerinnen einen job zu verschaffen – sondern vielmehr gehts darum, dass die vielfältigkeit an meinungen/zugängen/prioritäten auch im parlament vertreten ist. denn frauen haben oft andere zugänge – hören vielleicht mal lieber zu, sind selbstkritischer, vielleicht auch weniger polemisch – und ganz offensichtlich drängen sie viel weniger in die erste reihe. qualitäten, auf die ein parlament nicht verzichten sollte!
weitere berichte des parlaments-pressedienstes: tradierte rollenbilder und frauen in den medien und frauen in der politik – mehr frauen in die politik