wie tausende andere mütter hatte ich schon bauchweh bei den gedanken, meine jungs beim nova-rock – 3 tage, 3 nächte – rundherum so viel alkohol…
um mich direkt im zelt daneben als aufpasserin zu platzieren, dafür reichten weder meine magennerven, noch die toleranz meiner jungs. drum hab ich mir die „light“ variante festival in kombi mit zimmer gegeben. meine conclusio der letzten drei tage: die kids sind anders, als ich/wir vor 30 jahren waren – aber sie sind sehr ok… was man von den veranstaltern nicht wirklich behaupten kann.
klar – beim anblick des campingplatzes kann einem schon die übelkeit übermannen. selbst für einen mäßig ordnungsliebenden hausvorstand sind bodendeckende bierdosenbeläge gewöhnungsbedürftig – und wenn dann im laufe der zeit die rest-lebensmitttel dazwischen unkenntlich werden und zum rätselraten animieren, nimmt das schon groteske formen an. ob’s anders wär, wenn die veranstalter mistkübel organisieren würden? maybe – mir persönlich tuts ja auch weh, wenn für meine junk-food-verpackungsreste nur der boden als ablage vorhanden ist – könnte ja sein, dass es mehreren so geht.
die alkoholpegel sind verschieden hoch – nüchterne menschen muss man allerdings mit der lupe suchen. dass das bier am campingplatz günstig(er) zu kriegen ist, dass es im bühnenbereich nur ottakringer-nachfüllung gibt, bei den getränkestandln sangria im kübel, bier in 0,5 l – aber alkoholfreies nur in 0,2 bzw. 0,3 ausgeschenkt wird (und es auf dem ganzen gelände keine wasserleitung gibt, bei der man notfalls den großen durst stillen kann) – mag auch damit zusammenhängen. jugendschutzgesetze sind beim nova-rock offenbar außer kraft gesetzt und die kids fahren ja auch nicht in der absicht hin, nüchtern zu bleiben. aber irgendwie ist es schon auch makaber, dass das offenbar das bessere geschäft ist, die ärztliche versorgung hunderter kids zu organisieren, die’s übertrieben haben – als einige alkoholleichen durch alternative angebote zu verhindern.
so sehr man aus dieser beschreibung schließen könnte, dass die kids nur dem konsum- und alkoholrausch fröhnen und die welt rundherum vergessen – genau so ist es eben nicht. mich begeistert, wie sozial die jungs und mädels unterwegs sind. wer hilfe braucht, dem wird geholfen – vom campingnachbarn oder irgendeinem/r, der/die beim konzert grad daneben steht. ja, der ton ist oft „herb“ und klingt nicht nach friede-freude-eierkuchen – trotzdem sind sie irgendwie sind unheimlich umsichtig – und das nicht nur gegenüber den altbekannten freunden.
die veranstalter sorgen dafür, dass das nova-rock wie ein überlebenstrainingscamp aufgebaut ist. mag sein, dass das auch zusammenschweißt. und auch die musik schweißt zusammen. campino’s (tote hosen) ansage zum thema strache/graf & co – und festivals als „gegenkultur“ – ja, damit könnte er wirklich recht haben. und das ist schön…
- danke toller Bericht , Campino rules :)