Die erste Uran-Trinkwasseraufbereitungsanlage in Retz ging in den vergangenen Tagen durch die Schlagzeilen. Bei der Uran-Belastung des Trinkwassers gehts garnicht um die radioaktive Strahlung – sondern darum, dass Uran als Schwermetall die Nieren belastet.
So hochlöblich es ist, dass hier auf „freiwilliger Basis“ teures Geld in eine Aufbereitungsanlage gesteckt wird – so sehr wirft die festgestellte Uran-Belastung im Retzer Wasser Fragen zur Trinkwasserqualität in diesem Land auf.
Warum gibt es keinen Uran-Grenzwert fürs Trinkwasser? Wie ist das bei Mineralwasser? Wo finde ich Infos über die Qualität des Wassers in meiner Leitung?
In Deutschland soll nun – nach längerer Diskussion – ein Grenzwert für Uran im Trinkwasser eingeführt werden. In Österreich gilt weiter die Devise „was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“.
Das gilt im übrigen nicht nur für die fehlenden Urangrenzwerte: Denn obwohl die Trinkwasserverordnung zahlreiche Parameter festlegt, die ein Trinkwasserversorger regelmäßig zu erheben hat – regelmäßig veröffentlicht wird nur ein kleiner Teil davon auch veröffentlicht: nämlich der Nitratanteil und Pestizide, wenn ein Grenzwert überschritten wurde.
Insbesondere für Kleinkinder sind aber nicht nur Grenzwerte interessant. Kleine Körper nehmen genauso viel Wasser zu sich, wie große – Schadstoffe im Wasser wirken sich aber klarerweise um ein Vielfaches stärker aus.
Deshalb greifen viele verantwortungsbewusste Eltern auch zu Mineralwasser, um ihren Kindern möglichst beste Trinkwasserqualität zur Verfügung zu stellen. Doch das ist keine Garantie für irgendwas. Denn neben der Tatsache, dass auch Mineralwässer belastende Stoffe enthalten können (solange sie die Grenzwerte nicht überschreiten) – hat eine deutsche Studie bedenkliche Hormonbelastungen bei Mineralwässern in PET-Flaschen festgestellt.
In regelmäßigen Abständen werden wir über die Qualität der österreichischen Gewässer informiert – die infolge eines relativ strengen Wasserrechts in Österreich tatsächlich steigt. Eine Umfassende Information übers Trinkwasser gibt es allerdings nicht.
Der Mensch besteht zu rund 70 % aus Wasser. Umso wichtiger ist es, der Bevölkerung eine umfassende Information zur Qualität dieses wichtigsten aller Lebensmittel zu ermöglichen.
Es wäre dringend an der Zeit, die Trinkwasserverordnung (und die Mineralwasser- und Quellwasserverordnung) zu überarbeiten und an die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse anzupassen. Dass außerdem Trinkwasserdaten, die ohnehin erhoben werden, auch zu veröffentlichen sind, sollte dabei ebenso selbstverständlich sein wie eine landesweite Evaluierung dieser Daten!
Ein sehr interessanter Beitrag! Eine Bekannte von mir engagiert sich gegen den Atomausstieg und vornehmlich auch für eine verbesserte Qualität unseres Trinkwassers. Ihre Internetseite ist: sofortiger-atomausstieg(dot)info. Ich finde es toll, dass sie als Politikerin der Grünen sich auch diesem wichtigen Thema verschrieben haben. Denn Wasser ist die Grundlage unseres Lebens und muss den zukünftigen Generationen erhalten bleiben. Leider schätzen nur wenige den wahren Wert des H2O’s. Viele Grüße aus Niedersachsen!
lieber xpand :-)
danke! meines wissens gibts das uran-im-trinkwasser-problem ja auch in deutschland, nur seid ihr da einen schritt weiter (zumindest denkt die regierung schon über einen grenzwert nach)…
beim wasser ist es, so wie bei allen ressourcen – erst, wenns knapp wird (zumindest das saubere trinkwasser) merken wir, wie notwendig es ist. und die wirksamste waffe gegen akws wird die kommende uran-knappheit sein – dann stehen wahrscheinlich 100e meiler abgeschaltet in der gegend herum…
liebe grüße
eli
[...] Um zu wissen, dass Mehrweggebinde ökologisch sinnvoller sind, als Einweggebinde, reicht ebenfalls der Hausverstand. noch dazu, wenn man berücksichtigt, dass die “stoffliche Verwertungsquote” in Österreich extrem niedrig ist (und teilweise auch nicht korrekt erfasst wird). Dass die ökologischste Variante der Durstlöschung durch die Wasserleitung gedeckt wird möcht ich an dieser Stelle – ist aber eine andere Geschichte. [...]
Bitte um eines klar zu stellen. Der Mensch besteht aus 70% Wasser und nicht 60%.
Das ist schon ein Unterschied
mal so in die Runde.
was haltet Ihr von Umkehrosmoseanlagen im Hausgebrauch um die Qualität seines Trinkwassers selber im Griff zu haben?
liebe ihr,
sorry… hab erst jetzt gesehen, dass zu dem beitrag noch gepostet wurde…
@ besserwisser: ich hab jetzt kurz gegoogelt – da finden sich angaben von 60 % bis über 80 %… ich nehme mal an, das variiert ja auch… aber ich änders auf rund 70 %… ok?
@lucarp…
grundsätzlich meine persönliche meinung: wasseraufbereitungsanlagen sind „end of the pipe“-anlagen und sie kosten dem/der verbraucherIn eine lawine. nachhaltiger und sicher effektiver wäre es, drauf zu bauen, dass wasserverschmutzung hintangehalten wird – und dafür wäre meiner meinung nach „die politik“ viel mehr zur verantwortung zu ziehen.
von den verschiedenen formen der wasseraufbereitung sind umkehrosmoseanlagen sicher die effektivsten (was aber auch den nachteil hat, dass notwendige spurenelemente auch mit-entsorgt werden und auch den hohen wasserverbrauch muss man mit einrechnen), aber sicher nicht für alle situationen notwendig und sinnvoll!
es gibt sicher bereiche, wo eine solche anlage sinn macht – mit kanonen auf tauben schießen würd ich mir hier aber schwer überlegen.
wenn du ernsthaft mit dem gedanken spielst, dir eine solche anlage anzuschaffen, kann ich dir nur empfehlen, dich mal an die umweltberatung zu wenden – die machen wassertests und auch individuelle beratung.
lg
eli