energiesparen im wohnbau – ein win-win-win projekt für häuslbauer (weniger betriebskosten), die wirtschaft (arbeitsplätze) und den klimaschutz. minister pröll klopft sich heute lautstark auf die brust: es gibt eine neue vereinbarung zwischen bund (der zahlt) und ländern (die auszahlen) über “maßnahmen im gebäudesektor zum zweck der reduktion des ausstoßes an treibhausgasen”. nur: neu heißt nicht unbedingt super-gut!
das papier, über das sich minister pröll da megamäßig freut ist schwammig, lässt schlupflöcher offen und klammert gesetzliche maßnahmen (bauordnungen) völlig aus – darüber soll erst ab 2010 verhandelt werden.
eine revolution in der gebäudesanierung ist diese vereinbarung sicher nicht – es sind nicht mal ziele für die sanierungsraten festgelegt – ganz zu schweigen von gesetzlichen sanierungspflichten. viel mehr geld wird auch nicht zur verfügung gestellt – was auch immer den minister dazu veranlasst, damit auf eine erhöhung der sanierungsrate zu hoffen, ist mir schleierhaft.
im detail:
- spricht zwar von einer erhöhung der sanierungsrate – ziele gibts dazu aber keine. nachdems auch nicht viel mehr geld gibt – eine reine träumerei…
- erreichte werte werden errechnet – es gibt keine verpflichtung, sie auch zu messen… das wäre aus konsumentenschutzgründen aber erstrebenswert, denn die heizkostenrechnung kommt ja erst im nachhinein …
- maßnahmen sind nur im zuständigkeitsbereich der länder vorgesehen – sprich bei der wohnbauförderung. änderungen im mietrechtsgesetz und im steuerrecht sind nicht mal angedacht…
- um wirklich in der sanierung weiterzukommen, müssten auch die bauordnungen der länder an den neuesten stand der technik angepasst werden! doch dazu steht nix in der vereinbarung… kontraproduktive bestimmungen wie eine bemessung der kanalgebühr nach der bruttogeschossfläche (damit höhere kanalgebühren für besser gedämmte wohnräume) werden weiter bestehen bleiben…
-die technologischen anforderungen entsprechen nicht dem, was heute schon möglich ist…
- ein aus der förderungen für heiztechnologien mit fossilen brennstoffen (öl, gas) bedeutet diese vereinbarung auch nicht. denn dazu gibts zu viele ausnahmen (bei kombination mit thermischen solaranlagen und wenn keine anschlussmöglichkeit ans fernwärmenetz gegeben ist…)
- passivhäuser im neubau als standard wird erst 2015 angestrebt!