der trend bei den neuzulassungen geht nach wie vor in richtung “größer, schneller & weiter” – statt “kleiner, wendiger & sparsamer”. interessanterweise ist gerade im verkehr geiz nicht geil, obwohl ganz österreich über die hohen benzinpreise jammert.
der chef der energiecontrol lässt durch die forderung nach gratis-öffis aufhorchen (sagt ja jeder gern, was der andere eigentlich tun sollte, warum fordert boltz nicht gratis-pv-anlagen auf alle dächer?). immerhin hat er eine diskussion darüber ausgelöst und der verkehrsminister verzichtet auf die nächste tariferhöhung.
aber was helfen gratis-öffis, wenns keine öffis gibt? jaja – in den großstädten und den speckgürteln kommt mann/frau durch (wenn man sich dünn macht, weil der platz wird immer enger) – aber bissl weiter draußen, ist tote hose und ohne auto ist das überleben schwer. nebenbahnen werden weiter eingestellt – busse fahren pro forma 2 x täglich. von grundversorgung ist aber keine spur!
die schweiz zeigt vor, wie man menschen in die öffis bringt:
- gutes angebot, flächendeckend und taktverkehr
- bewusstsein in der bevölkerung – selbst den verkehrsminister trifft man in der bahn – und nicht nur, wenn er eine neue bushaltestelle eröffnet
- einfaches system (statt komplizierter automaten)
die vergleichsweise hohen kosten für den öv in der schweiz müssen wir ja nicht übernehmen. öv kann schon auch bei uns noch billiger werden, meinetwegen auch gratis – nur die vorgabe muss in der qualität liegen – nicht in der polemik!
dass die schweiz in der hinsicht “gscheiter” agiert als österreich liegt aber nicht dran, dass sie sich bisher der eu verweigert hat – sondern dass politikerInnen dort einen anderen zugang zur mobilität haben. denn an einem vernünftigen bahn-angebot hat uns die eu noch nie gehindert!