die mühlen der bürokratie
Februar 18, 2008 von elisabethkerschbaum
seit september 07 ist bekannt, dass die alte synagoge in korneuburg in eine (private) garage umgebaut werden soll. ein historisch wichtiges bauwerk aus dem frühen 14. jahrhundert - denkmalgeschützt - und vor allem auch ein zeichen dafür, dass es im 14. jahrhundert jüdisches leben und jüdische kultur im weinviertel gegeben hat!
wer nun meint, dass ein bescheid des bundesdenkmalamts und eine anzeige bei der staatsanwaltschaft reicht, um hier die dinge in bewegung zu bringen, der irrt leider. bisher haben “die behörden” (gemeinde, bezirksverwaltung, bundesdenkmalamt) einen termin zur besichtigung abgehalten - allerdings nur von außen, weil der besitzer zu diesem termin nicht geladen war. die vereinbarung eines neuen termins (bei dem auch die innenansicht inspiziert werden soll) dauert jetzt schon wieder 2 monate - und wird angeblich “in den nächsten wochen” erfolgen. insgesamt brauchts also fast ein halbes jahr, bis “die behörden” sich einen überblick über den erfolgten schaden beschaffen.
warum ist es so ärgerlich, dass die behörden hier so langsam agieren?
lt. bescheid des denkmalamtes wäre der ursprüngliche zustand des gebäudes wieder herzustellen. doch offenbar sind die, dafür notwendigen, steine in der zwischenzeit “verlorengegangen” - wahrscheinlich auf irgendeiner bauschuttdeponie.
die gemeinde hat sich vor ca 10 jahren einmal bemüht, die synagoge käuflich zu erwerben. das ist damals - warum auch immer - gescheitert und seither ist funkstille. außer bei der arge jüdisches leben, die nicht locker lässt und gemeinde, land und bund davon überzeugen will, dass kultur auch wurzeln braucht - und die jüdischen wurzeln in unserer kultur nicht zerstört werden dürfen!