profil schlägt seine zeile diese woche mit dem thema atomkraft. beim lesen der ersten halben seite war mein gedanke: “nicht schon wieder … wir sitzen eh schon wie eine maus vor der schlange und fürchten uns zu tode”. aber siehe da: der artikel ist wirklich umfassend recherchiert und räumt mit dem märchen von atomkraft als klimaretter auf! zu wenig kapazität, zu langfristig zu planen, zu teuer, zu gefährlich…. man könnte direkt hoffnung schöpfen!
ein paar argumente kommen noch dazu:
die akw-betreiber haben vergessen, die kosten für die dekommissionierung (irgendwann müssen die dinger ja verschrottet werden) anzusparen. da kommt noch einiges auf sie zu – und wenn nicht die betreiberstaaten diese kosten übernehmen, werden sie den preis für atomstrom in die höhe treiben.
ganz zu schweigen von den kosten, die eine adäquate versicherung der kraftwerksrisken verursachen würde. lt. einer studie würde allein das die kosten für eine akw-kilowattstunde verdreifachen… – damit wäre photovoltaik die billigere alternative.
wenn europa jetzt (was ja gut ist!) dem risiko des klimawandels mit einer co2-steuer entgegenwirken will, spätestens dann müsste auch das risiko der atomkraft versichert werden! jedes auto ist besser versichert! der derzeitige level bei versicherungen ist eine massive wettbewerbsverzerrung! es wäre aufgabe der regierungen der atomkraftfreien (und aussteiger-)staaten, eine versicherung einzufordern.
und dann noch die kleinigkeit, dass der uranabbau weder co2-frei, noch in “gefestigten demokratien” erfolgt (siehe dazu auch Vergabe des “Public Eye Awards” an die AREVA-Gruppe)
was in dem artikel zurecht gar nicht vorkommt, ist österreichs anti-atom(innen)politik. die gibts zur zeit offenbar nicht! :
- ungenügende stromkennzeichnung (recs-zertifikate machen atomstrom „grün“)
- hochspannungs-leitungsbau macht österreich zur atomstrom-drehscheibe
- immer weniger experten – das institut für risikoforschung wurde erfolgreich ausgehungert.
- fehlende maßnahmen zum schutz vor überhöhter natürlicher radioaktiver strahlung (radon).
- endlagerung unseres eigenen atommülls soll im zuge des „risikoausgleich“ ins ausland verschoben werden. dazu kommt ein unsicheres zwischenlager in seibersdorf.
so lange wir unsere eigenen probleme nicht lösen, wird europa österreich als atomkraftwerksgegner nicht ernst nehmen!